Antigewalttherapie - Das konzept

Warum "Therapie" und
nicht "Training"

Wir sind davon überzeugt, dass dauerhafte Veränderungen mehr als reine Verhaltenskontrolle erfordern. Deshalb setzen wir auf einen therapeutischen Ansatz.
Dabei betrachten und bearbeiten wir die Ursachen von Gewalt und Impulskontrollverlust.
So können Betroffene neue und gewaltfreie Verhaltensweisen entwickeln.

Ein reines „Training“ zielt dagegen vor allem darauf ab, das Verhalten zu kontrollieren. Dadurch besteht jedoch die Gefahr, dass alte Verhaltensmuster in belastenden Situationen wieder auftreten. Eine nachhaltige Veränderung setzt deshalb früher an: Wir wollen verstehen, warum Gewalt entsteht, und gemeinsam neue Wege entwickeln.

Ursachen und Auslöser von Gewalt verstehen

Bei aggressivem Verhalten spielen häufig unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Dabei ist es wichtig, zwischen den Ursachen und den konkreten Auslösern von Gewalt zu unterscheiden.

Belastende Erfahrungen oder traumatische Erlebnisse können beispielsweise die Entwicklung von Aggression und Wut beeinflussen. Auch starke Verlust- oder Verlassensängste können eine Rolle spielen. In bestimmten Situationen führen diese
inneren Belastungen dann zu einem hohen Maß an Anspannung und Aggression.

Deshalb schauen wir gemeinsam genau hin. Wir betrachten die persönliche Lebensgeschichteund untersuchen wiederkehrende Verhaltensmuster. Gleichzeitig klären wir, welche Situationen aggressive Reaktionen auslösen und welche Gedanken oder Gefühle damit verbunden sind.

Alte Muster erkennen und neue Wege entwickeln

Zunächst machen wir die individuellen Auslöser und Verhaltensmuster sichtbar. Dadurch können Betroffene besser verstehen, was in schwierigen Situationen passiert.

Anschließend entwickeln wir gemeinsam neue Strategien. Diese helfen dabei, Gefühle frühzeitig wahrzunehmen und angemessen mit Wut,
Stress oder Konflikten umzugehen. Außerdem üben wir die neuen Verhaltensweisen in konkreten Situationen ein.

Auf diese Weise können alte und belastende Muster Schritt für Schritt durch angemessene Verhaltensweisen ersetzt werden.
Gleichzeitig lernen die Teilnehmer, mehr Verantwortung für ihr eigenes Verhalten zu übernehmen.

Unser Ziel ist deshalb nicht nur, Gewalt kurzfristig zu verhindern. Vielmehr möchten wir die persönlichen Voraussetzungen
für eine nachhaltige und gewaltfreie Veränderung schaffen.

Die Therapieeinheiten

Therapieeinheiten Phase 1

Die Antigewalttherapie besteht aus 10 Therapieeinheiten à 1h
mit einem Bezugstherapeuten.
Die Einheiten sind als Einzelsitzungen konzipiert und zielen auf
das Erkennen und Verändern aggressiver Prozesse und regelhafter Muster ab.

Therapieeinheiten Phase 2

Weitere 5 Einheiten entfallen auf Interventionen in einer Kleingruppe.
Hier kommt ein weiterer Therapeut oder ein Sportpädagoge hinzu.
Erlebnistherapeutische Elemente und Intervention in Kombination dienen zur
Findung und Stärkung spezifischer, persönlicher Ressourcen und Fähigkeiten.
Diese Einheiten finden in einem unserer erlebnistherapeutischen Zentren statt.

Die Therapiedauer

Die gesamte Antigewalttherapie erstreckt sich über einen Zeitraum von 2 bis 4 Monaten.

Dabei stimmen wir den Therapieablauf auf die individuellen Voraussetzungen und den jeweiligen Unterstützungsbedarf ab. So schaffen wir einen strukturierten Rahmen, in dem Veränderungen Schritt für Schritt entwickelt und gefestigt werden können.